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07 April 2007

Dissidenten?

Altermedia kopiert einen Artikel der taz über den Mannheimer Staatsanwalt Andreas Grossmann und sein Vorgehen gegen Holocaust-Leugner und schreibt oben drüber:

Für gewöhnlich nicht unsere Art, aber über die Feiertage sei es uns verziehen, einen Artikel auch mal vollkommen unkommentiert zu veröffentlichen. In diesem Fall handelt es sich um ein Interview der TAZ vom 5. April mit dem Staatsanwalt Andreas Grossmann. Ankläger gegen die gerade erst „verknackten“ Geschichtsdissidenten Ernst Zündel und Germar Rudolf.

Ernst Zündel und Germar Rudolf sind keine Geschichtsdissidenten, sondern Lügner und Fälscher, und sie haben ein Problem mit der Realität.

Man kann einen "Revisionisten" einen Geschichtsfälscher nennen und trotzdem finden, dass er wegen seiner Lügen nicht eingesperrt werden dürfe.

Andererseits kann man sich am braunen Amoklauf gegen die Wirklichkeit beteiligen und "Revisionismus" mit historischem Wissen verwechseln.

Falls man gerade mal Lust hat, den Nationalsozialismus reinzuwaschen.

10 Januar 2007

Todesstrafe, voll integriert

Eine aktuelle Meldung gibt Anlass, noch einmal auf die Berichterstattung von Altermedia über die Holocaust-Leugner-Konferenz in Teheran zurückzublicken. Der Schweizer Neonazi Bernhard Schaub schrieb dort:
Zum andern: Der Iran ist frei von Alkohol und Pornographie – jenen beiden Drogen, die die Köpfe und Gefühle so vieler Europäer vernebeln und den Willen – auch den politischen! – schwächen. Die iranischen Frauen tragen zwar alle ihr Kopftuch, aber in den unterschiedlichsten Formen: von nonnenhafter Strenge über würdevolle Ästhetik bis zu grossstädtischer Keckheit. Und sie sind voll integriert in das Leben, sind berufstätig und selbstbewusst.
Die erwähnte aktuelle Meldung erschien am 10. Januar 2007 in Spiegel-Online. Es geht dort um eine junge Iranerin, die zum Tode verurteilt wurde, weil sie ihren Vergewaltiger in Notwehr getötet hatte. Die Richter sollen zu ihrem Urteil erklärt haben:
"Ein Exempel, damit keine Frau es mehr wagt, ihre Hand gegen einen Mann zu erheben"
Die Frau sitzt seit Anfang 2006 in Haft. Ende 2006 fand die Konferenz der Holocaust-Leugner in Teheran statt. Sie haben natürlich nicht gegen dieses Urteil protestiert. Das kann man aber verstehen: Den Judenmord wegdiskutieren, das ist schon anstrengend genug. Da muss man sich nicht auch noch mit moralischen Grundsätzen belasten.

09 Dezember 2006

Beweise? Mehr oder weniger.

Der Holocaustleugner Gerd Honsik ereifert sich in Altermedia:
Der Mordvorwurf des “Holocaust” ist die einzige Mordanklage in Deutschland, der bis heute jegliche forensische Untersuchung verweigert worden ist!
Das ist ein klein bisschen irreführend.

Wenn "Revisionisten" über die angeblich 100 Millionen Opfer des Kommunismus, die Opfer des Massenmörders Stalin, die Todesopfer unter den Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg oder die Opfer der Bombardierungen deutscher Städte reden, sind Beweise nämlich von vornherein unnötig.

Die Forderung nach wissenschaftlich gesicherter Beweisführung und forensischen Untersuchungen habe ich in Zusammenhang mit der Bombardierung Dresdens noch nie gehört. Kein Wunder - die "Revisionisten" bis hin zur Jungen Freiheit wissen längst, dass ihre Zahlen falsch sind.

Nirgends kommt die Verlogenheit der 'Revisionisten' deutlicher zum Vorschein als beim Umgang mit verschiedenen Opfergruppen.

Die seriöse Geschichtswissenschaft benutzt in allen Fällen die gleichen, nachvollziehbaren Methoden. Ebenso gut ist belegbar, dass die "Revisionisten" trotz gleicher Beweislage immer nur das glauben, was jeweils in ihre politische Agenda passt. Ansonsten hat sich die Faktenlage der Ideologie zu fügen.

So schicken Leute wie Honsik die Redlichkeit auf den Strich, "Revisionismus" anschaffen.

05 Dezember 2006

Beweise, Beweise!

Altermedia berichtet ausführlich über das Verfahren gegen den "Revisionisten" Germar Rudolf. Ein zentraler Gedanke in Rudolfs Erklärungen vor Gericht lautet so:
Germar Rudolf kommt dann auf das Konfliktverhältnis zwischen Wissenschaftsfreiheit (Art. 5, 3 Grundgesetz (GG) und den Menschenrechten (Art. 1 GG) zu sprechen und stellte fest „Das Ergebnis von Forschung müsse auf nachprüfbaren Beweisen gründen (...)
Gut, dass wir nachgeprüft haben.

16 November 2006

Lebenslügen

Altermedia, 15.11.2006 zum Prozessbeginn gegen den "Revisionisten" Germar Rudolf:
So war er bereits im Jahre 1995 vom Landgericht Stuttgart zu 14 Monaten Haft verurteilt, weil er in seiner Eigenschaft als Diplom-Chemiker in einem Gutachten zu den Gaskammern von Auschwitz zu anderen Schlüssen kam, als die offizielle Zeitgeschichtsschreibung, die sich ihre Erkenntnisse bekanntlich durch das Strafrecht absichern läßt. Neben der strafrechtlichen Verfolgung brachte dieses Gutachten Rudolf auch den Verlust des Arbeitsplatzes beim Max-Planck-Institut in Stuttgart ein.
Das ist schon sehr effizient - auf so wenig Platz so viel Unfug unterzubringen, das kann nicht jeder.

1.
Rudolf hat zwar ein Gutachten verfasst, man muss dazu aber wissen, dass es ein Auftragsgutachten war. Der Altnazi Remer hat Rudolf beauftragt, weil er sich selbst vor Gericht entlasten und 'beweisen' wollte, in Auschwitz sei überhaupt nichts passiert. Remer war maßgeblich an der Niederschlagung des Putsches am 20.7.1944 gegen Hitler beteiligt - ein überzeugter Altnazi also.

2.
Die Erkenntnisse der Zeitgeschichtsschreibung sind nicht durch Urteile abgesichert, sondern durch geschichtswissenschaftliche Methoden. Ein Teil dieser Methodik ist der wahrhaftige Umgang mit Quellen. Schon an dieser Mindestanforderung scheitern "Revisionisten" wie Rudolf. Sie verbreiten Unwahres über Texte, die sie angeblich direkt vor der Nase haben, und das lässt sich sogar von Laien relativ leicht nachweisen.

3.
Das Gutachten war, wie bereits gesagt, ein Gefälligkeitsgutachten für einen Altnazi. Eine Privatsache also. Aber:
Rudolf fuhr (...) nach Polen und entnahm illegalerweise Proben aus den Ruinen der Gaskammern und ehemaligen Sachentlausungsanlagen, die Proben unterzog er anschließend chemischen Analysen bzw. ließ sie unter Mißbrauch von Drucksorten des Max-Planck-Instituts vom Institut Fresenius untersuchen.
Brigitte Bailer-Galanda
Leuchter und seine Epigonen
Anders ausgedrückt: Rudolf hat seine Proben mit Briefpapier des Max-Planck-Instituts an Fresenius geschickt. Fresenius musste den Eindruck gewinnen, es handele sich um einen offiziellen Auftrag des Instituts.

Und jetzt dürfen wir dreimal raten, an wen Fresenius wohl die Rechnung geschickt hätte - an den Privatmann Rudolf, oder an das Max-Planck-Institut.

Wir dürfen noch einmal raten, ob Rudolf anschließend wohl gesagt hätte: "Oh, das war ein Irrtum. Ich möchte natürlich für alles, was ich für den Altnazi Remer getan habe, selbst einstehen, und nicht mein Institut bezahlen lassen."

Germar Rudolf hat allem Anschein nach nicht wegen des Inhalts seines Gutachtens, sondern aus arbeitsrechtlichen Gründen seinen Arbeitsplatz beim Max-Planck-Institut verloren, und er hatte offenbar noch großes Glück, dass er "einvernehmlich" gekündigt und nicht achtkantig hinausgeworfen wurde.

Braune Lebenslügen.