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22 Juni 2007

Schon verloren

Altermedia schreibt über den inhaftierten Holocaustleugner Germar Rudolf:

Obwohl Germar Rudolf im Gefängnis keinen Internet-Anschluß hat, wird ihm auch der Inhalt diverser Netzseiten zur Last gelegt. Offenbar glauben die Hüter der Rechtgläubigkeit, daß der Häftling telepathische Eigenschaften hat oder gar eine neue Art der Datenübertragung erfunden hat, die noch wirkungsvoller ist als wireless LAN.

Wenn ich mich recht erinnere, ist Germar Rudolf unter anderem verurteilt worden, weil er für Webseiten verantwortlich war, deren Inhalt nach deutschem Recht strafbar ist. Diese Webseiten hat er natürlich nicht erst im Gefängnis geschrieben und veröffentlicht, sondern schon vorher.

Was mich auf die Frage bringt, wie dumm man schreiben darf, damit Altermedia einen Beitrag gerade noch veröffentlicht. Anscheinend ist das nach unten offen. Hauptsache, die Meinung ist genehm.

Im Grunde ist das ja ein schöner Beleg dafür, dass die braunen Jungs einpacken können: Wir haben einfach das bessere Personal.

07 April 2007

Dissidenten?

Altermedia kopiert einen Artikel der taz über den Mannheimer Staatsanwalt Andreas Grossmann und sein Vorgehen gegen Holocaust-Leugner und schreibt oben drüber:

Für gewöhnlich nicht unsere Art, aber über die Feiertage sei es uns verziehen, einen Artikel auch mal vollkommen unkommentiert zu veröffentlichen. In diesem Fall handelt es sich um ein Interview der TAZ vom 5. April mit dem Staatsanwalt Andreas Grossmann. Ankläger gegen die gerade erst „verknackten“ Geschichtsdissidenten Ernst Zündel und Germar Rudolf.

Ernst Zündel und Germar Rudolf sind keine Geschichtsdissidenten, sondern Lügner und Fälscher, und sie haben ein Problem mit der Realität.

Man kann einen "Revisionisten" einen Geschichtsfälscher nennen und trotzdem finden, dass er wegen seiner Lügen nicht eingesperrt werden dürfe.

Andererseits kann man sich am braunen Amoklauf gegen die Wirklichkeit beteiligen und "Revisionismus" mit historischem Wissen verwechseln.

Falls man gerade mal Lust hat, den Nationalsozialismus reinzuwaschen.

16 Dezember 2006

Eine vergessene Frage

Jürgen Schwab schreibt auf Altermedia:
Die meisten Forscher stimmen bereitwillig zu, daß der Bolschewismus in Rußland und Osteuropa ein Vielfaches an Menschen einsperrte, folterte und abschlachtete, als selbst die großen für den Holocaust vorgebrachten Zahlen. Doch der sowjetische Holocaust erfährt nicht ein Hundertstel der Aufmerksamkeit des jüdischen Holocausts.
Mal abgesehen von Schwabs fragwürdigen Formulierungen, über die ich hier nichts weiter sagen will - der Mann liegt ja gar nicht so falsch damit. Er hat bloß vergessen zu fragen, warum das so ist.

Die Antwort ist ganz einfach: Es gibt keine Stalin-Fans, die den Verbrecher zu entlasten versuchen, indem sie seine Massenmorde wegdiskutieren.

Es gibt dagegen eine regelrechte Holocaust-Industrie von braunen Geschichtsfälschern, die sich mit der Produktion und dem Vertrieb von Büchern bereichern, die den Holocaust leugnen; Ernst Zündel ist damit recht wohlhabend geworden, und Germar Rudolfs "revisionistische" Karriere hat mit einem Auftragsgutachten für den Altnazi Remer begonnen.

Interessanterweise gibt es keinerlei "revisionistische Forschung" zu Stalins Massenmorden, die in irgendeiner Weise die etablierte Geschichtsschreibung angreifen würde. Anders ausgedrückt: Die Holocaust-Leugner benutzen bei Stalins wie bei Hitlers Massenmorden ein und dieselbe etablierte Geschichtswissenschaft. In einem Fall glauben sie ihr kritiklos, im anderen Fall nicht. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die "Revisionisten" einseitig darauf aus sind, das Hitler-Regime zu entlasten, hier ist er. 

Und wie es der Zufall will, schrieb Schwab die zitierten Zeilen in Zusammenhang mit der Fachtagung der braunen Geschichtsfälscher in Teheran, die dem gleichen Zweck diente, nämlich der Leugnung des Judenmordes.

Ein Standpunkt, den Altermedia, wo Schwabs Text erschien, im übrigen teilt.

Nein, vermutlich hat Schwab gar nicht vergessen, die erwähnte Frage zu stellen. Ich glaube eher, er weiß ganz genau, was er tut.

05 Dezember 2006

Beweise, Beweise!

Altermedia berichtet ausführlich über das Verfahren gegen den "Revisionisten" Germar Rudolf. Ein zentraler Gedanke in Rudolfs Erklärungen vor Gericht lautet so:
Germar Rudolf kommt dann auf das Konfliktverhältnis zwischen Wissenschaftsfreiheit (Art. 5, 3 Grundgesetz (GG) und den Menschenrechten (Art. 1 GG) zu sprechen und stellte fest „Das Ergebnis von Forschung müsse auf nachprüfbaren Beweisen gründen (...)
Gut, dass wir nachgeprüft haben.

16 November 2006

Lebenslügen

Altermedia, 15.11.2006 zum Prozessbeginn gegen den "Revisionisten" Germar Rudolf:
So war er bereits im Jahre 1995 vom Landgericht Stuttgart zu 14 Monaten Haft verurteilt, weil er in seiner Eigenschaft als Diplom-Chemiker in einem Gutachten zu den Gaskammern von Auschwitz zu anderen Schlüssen kam, als die offizielle Zeitgeschichtsschreibung, die sich ihre Erkenntnisse bekanntlich durch das Strafrecht absichern läßt. Neben der strafrechtlichen Verfolgung brachte dieses Gutachten Rudolf auch den Verlust des Arbeitsplatzes beim Max-Planck-Institut in Stuttgart ein.
Das ist schon sehr effizient - auf so wenig Platz so viel Unfug unterzubringen, das kann nicht jeder.

1.
Rudolf hat zwar ein Gutachten verfasst, man muss dazu aber wissen, dass es ein Auftragsgutachten war. Der Altnazi Remer hat Rudolf beauftragt, weil er sich selbst vor Gericht entlasten und 'beweisen' wollte, in Auschwitz sei überhaupt nichts passiert. Remer war maßgeblich an der Niederschlagung des Putsches am 20.7.1944 gegen Hitler beteiligt - ein überzeugter Altnazi also.

2.
Die Erkenntnisse der Zeitgeschichtsschreibung sind nicht durch Urteile abgesichert, sondern durch geschichtswissenschaftliche Methoden. Ein Teil dieser Methodik ist der wahrhaftige Umgang mit Quellen. Schon an dieser Mindestanforderung scheitern "Revisionisten" wie Rudolf. Sie verbreiten Unwahres über Texte, die sie angeblich direkt vor der Nase haben, und das lässt sich sogar von Laien relativ leicht nachweisen.

3.
Das Gutachten war, wie bereits gesagt, ein Gefälligkeitsgutachten für einen Altnazi. Eine Privatsache also. Aber:
Rudolf fuhr (...) nach Polen und entnahm illegalerweise Proben aus den Ruinen der Gaskammern und ehemaligen Sachentlausungsanlagen, die Proben unterzog er anschließend chemischen Analysen bzw. ließ sie unter Mißbrauch von Drucksorten des Max-Planck-Instituts vom Institut Fresenius untersuchen.
Brigitte Bailer-Galanda
Leuchter und seine Epigonen
Anders ausgedrückt: Rudolf hat seine Proben mit Briefpapier des Max-Planck-Instituts an Fresenius geschickt. Fresenius musste den Eindruck gewinnen, es handele sich um einen offiziellen Auftrag des Instituts.

Und jetzt dürfen wir dreimal raten, an wen Fresenius wohl die Rechnung geschickt hätte - an den Privatmann Rudolf, oder an das Max-Planck-Institut.

Wir dürfen noch einmal raten, ob Rudolf anschließend wohl gesagt hätte: "Oh, das war ein Irrtum. Ich möchte natürlich für alles, was ich für den Altnazi Remer getan habe, selbst einstehen, und nicht mein Institut bezahlen lassen."

Germar Rudolf hat allem Anschein nach nicht wegen des Inhalts seines Gutachtens, sondern aus arbeitsrechtlichen Gründen seinen Arbeitsplatz beim Max-Planck-Institut verloren, und er hatte offenbar noch großes Glück, dass er "einvernehmlich" gekündigt und nicht achtkantig hinausgeworfen wurde.

Braune Lebenslügen.