Posts mit dem Label Holocaust werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Holocaust werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

07 April 2007

Dissidenten?

Altermedia kopiert einen Artikel der taz über den Mannheimer Staatsanwalt Andreas Grossmann und sein Vorgehen gegen Holocaust-Leugner und schreibt oben drüber:

Für gewöhnlich nicht unsere Art, aber über die Feiertage sei es uns verziehen, einen Artikel auch mal vollkommen unkommentiert zu veröffentlichen. In diesem Fall handelt es sich um ein Interview der TAZ vom 5. April mit dem Staatsanwalt Andreas Grossmann. Ankläger gegen die gerade erst „verknackten“ Geschichtsdissidenten Ernst Zündel und Germar Rudolf.

Ernst Zündel und Germar Rudolf sind keine Geschichtsdissidenten, sondern Lügner und Fälscher, und sie haben ein Problem mit der Realität.

Man kann einen "Revisionisten" einen Geschichtsfälscher nennen und trotzdem finden, dass er wegen seiner Lügen nicht eingesperrt werden dürfe.

Andererseits kann man sich am braunen Amoklauf gegen die Wirklichkeit beteiligen und "Revisionismus" mit historischem Wissen verwechseln.

Falls man gerade mal Lust hat, den Nationalsozialismus reinzuwaschen.

21 Dezember 2006

Teheran mal wieder

Ja, ich weiß, ich wiederhole mich. Muss aber sein.

Auf den Seiten von Altermedia lobt der Holocaust-Leugner und Antisemit Schaub den Holocaust-Leugner und Antisemiten Ahmadinedschad (im Nebenberuf iranischer Staatspräsident) und schreibt über dessen Ansichten:
Man könnte sie in die Worte zusammenfassen: Freiheit für die Völker, Friede unter den Menschen, Befreiung vom Joch der zionistischen Weltherrschaft und Wahrheit in der Geschichtsforschung, insbesondere der Holocaustforschung. Wörtlich sagte er: „Der Iran ist die Heimat aller freien Denker.“ Alle Verfolgten seien eingeladen, in seinem Land Zuflucht zu suchen.
Die Sufis sind schon da - und werden verfolgt. Und keiner der braunen "Wahrheitssucher" verliert auch nur ein Wort darüber.

Opportunistisch sind sie, und feige obendrein.

Aber so ist das eben, wenn sich Leute treffen, deren Lebensinhalt darin besteht, andere Leute nicht zu mögen.

16 Dezember 2006

Eine vergessene Frage

Jürgen Schwab schreibt auf Altermedia:
Die meisten Forscher stimmen bereitwillig zu, daß der Bolschewismus in Rußland und Osteuropa ein Vielfaches an Menschen einsperrte, folterte und abschlachtete, als selbst die großen für den Holocaust vorgebrachten Zahlen. Doch der sowjetische Holocaust erfährt nicht ein Hundertstel der Aufmerksamkeit des jüdischen Holocausts.
Mal abgesehen von Schwabs fragwürdigen Formulierungen, über die ich hier nichts weiter sagen will - der Mann liegt ja gar nicht so falsch damit. Er hat bloß vergessen zu fragen, warum das so ist.

Die Antwort ist ganz einfach: Es gibt keine Stalin-Fans, die den Verbrecher zu entlasten versuchen, indem sie seine Massenmorde wegdiskutieren.

Es gibt dagegen eine regelrechte Holocaust-Industrie von braunen Geschichtsfälschern, die sich mit der Produktion und dem Vertrieb von Büchern bereichern, die den Holocaust leugnen; Ernst Zündel ist damit recht wohlhabend geworden, und Germar Rudolfs "revisionistische" Karriere hat mit einem Auftragsgutachten für den Altnazi Remer begonnen.

Interessanterweise gibt es keinerlei "revisionistische Forschung" zu Stalins Massenmorden, die in irgendeiner Weise die etablierte Geschichtsschreibung angreifen würde. Anders ausgedrückt: Die Holocaust-Leugner benutzen bei Stalins wie bei Hitlers Massenmorden ein und dieselbe etablierte Geschichtswissenschaft. In einem Fall glauben sie ihr kritiklos, im anderen Fall nicht. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die "Revisionisten" einseitig darauf aus sind, das Hitler-Regime zu entlasten, hier ist er. 

Und wie es der Zufall will, schrieb Schwab die zitierten Zeilen in Zusammenhang mit der Fachtagung der braunen Geschichtsfälscher in Teheran, die dem gleichen Zweck diente, nämlich der Leugnung des Judenmordes.

Ein Standpunkt, den Altermedia, wo Schwabs Text erschien, im übrigen teilt.

Nein, vermutlich hat Schwab gar nicht vergessen, die erwähnte Frage zu stellen. Ich glaube eher, er weiß ganz genau, was er tut.

14 Dezember 2006

Wette gewonnen

Am 10. Oktober schrieb ich über die Holocaust-Leugner-Konferenz in Teheran: Wetten, dass kein Holocaust-Leugner auch nur eine Silbe über die Sufis verliert, die sich im Land ihres Gastgebers in exakt der Situation befinden, über die sie selbst so häufig jammern?

Die Konferenz ist vorbei, und genau so ist es gekommen. Altermedia übersetzt einen Satz aus der Rede des ehemaligen Ku-Klux-Clan-Anführers David Duke wie folgt:
Diese Konferenz greift die Idee der Freiheit von Rede, Meinung und des Gewissens auf.
Vor allem vom letzten Punkt, der Freiheit des Gewissens, haben die Teilnehmer offenbar ausgiebig Gebrauch gemacht.

05 Dezember 2006

Beweise, Beweise!

Altermedia berichtet ausführlich über das Verfahren gegen den "Revisionisten" Germar Rudolf. Ein zentraler Gedanke in Rudolfs Erklärungen vor Gericht lautet so:
Germar Rudolf kommt dann auf das Konfliktverhältnis zwischen Wissenschaftsfreiheit (Art. 5, 3 Grundgesetz (GG) und den Menschenrechten (Art. 1 GG) zu sprechen und stellte fest „Das Ergebnis von Forschung müsse auf nachprüfbaren Beweisen gründen (...)
Gut, dass wir nachgeprüft haben.

18 November 2006

Bunker im Kopf

Störtebeker schreibt und Altermedia übernimmt einen Text, in dem u.a. ein Bericht auf redok.de erwähnt wird. In einem Verfahren gegen Rechtsextremisten sei, so erfährt man bei redok, ein Zeuge beschimpft worden, und es gebe Hinweise auf gezielte Agitation gegen den Zeugen unter Nennung von Namen und Anschrift.

Darauf heißt es bei Störtebeker/Altermedia:
Eine Aufregung, die wir nicht so recht nachvollziehen können, gehört das Aufrufen zum Outen politischer Gegner gerade auf linker Seite förmlich zu den Standards der politischen Auseinandersetzung (...)
Dann folgen Beispiele:
  • (...) der NPD-Angehörige Lutz Giesen von einer Antifa-Gruppe Ende Oktober in seinem Wohnblock geoutet

  • (...) nachdem man bereits im Sommer auf ähnliche Weise gegen den NPD-Kandidaten David Petereit in Rostock vorgegangen war

  • (...) Bei regelmäßiger Lektüre von linken Internetseiten wie Indymedia oder Links-lang.de wird man finden, daß Vorgänge dieser Art keineswegs selten oder gar eine Ausnahmeerscheinung sind.
Der Beleg dafür, dass redok "auf linker Seite" steht, ist für Altermedia offenbar darin zu sehen, dass irgendjemand ganz woanders irgendetwas getan hat. Mit der gleichen Logik versuchen diverse Pappenheimer, den Holocaust wegzudiskutieren. Der Erfolg ist eher mäßig.

redok soll links sein? Auf den Seiten sieht man nichts davon. redok berichtet über Rechtsextremismus und einige andere Dinge. Nicht mehr und nicht weniger.

Doch bei Altermedia gilt offenbar als links, wer den Rechtsextremismus kritisch sieht.

Nun denn: Innenminister Schäuble äußert sich besorgt über den Rechtsextremismus. Innerhalb der CDU gehört er eher zur "Law and Order"-Fraktion, und die ist nicht so doll links.

Altbundespräsident von Weizsäcker äußert sich besorgt über den Rechtsextremismus. Er gilt gemeinhin als Konservativer, nicht als Linker.

Der bayerische Innenminister Beckstein geht gelegentlich scharf gegen Rechtsextremisten vor. Die CSU steht sicher nicht links von der CDU, und Beckstein gehört in der CSU sicher nicht dem linken Flügel der CSU an.

Bei den Verstörtebekers ist die Gleichung vermutlich recht einfach: Feind ist alles, was nicht braun ist.

Es gibt dafür ein sehr schönes, treffendes Wort: Bunkermentalität.